Vielleicht kennst du das Gefühl, ständig Erwartungen erfüllen zu müssen, dich anzupassen oder Entscheidungen zu treffen, die sich eigentlich nicht richtig anfühlen. Viele Menschen nennen das Stress. Psychologisch betrachtet steckt dahinter jedoch häufig etwas Tieferes: das Erleben von innerer Unfreiheit.
Was bedeutet Freiheit?
Psychologisch betrachtet gilt ein Mensch dann als frei, wenn er die Aufgaben des Alltags selbstbewusst, selbstsicher und zuversichtlich bewältigen kann. Um das besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die vier Fähigkeiten, die innere Freiheit überhaupt erst ermöglichen.
Dazu gehören:
- die Selbstreflexion,
- die mentale Klarheit,
- die psychologische Reife und
- die innere Zufriedenheit.
Damit wird klar, dass innere Freiheit erlernbar und nicht an eine Gabe oder Schicksal gekoppelt ist.
Was versteht man unter der Fähigkeit der Selbstreflexion?
Wir tun nichts ohne Grund, sondern verfolgen stetig ein Ziel, auch wenn dieses uns nicht immer klar ist. Selbstreflexion bedeutet, sich hinterfragen zu können. "Warum denke, fühle und handle ich so, wie ich es von mir kenne?"
In diesem Zusammenhang bekommt Selbstbewusstsein auch eine andere Bedeutung als es im Allgemeinen verwendet wird. Selbstbewusst zu sein bedeutet nicht, nach außen hin, als Autorität zu erscheinen, sondern souverän in sich zu ruhen und sich seines Wertes sowie seines inneren Erlebens bewusst zu sein.
Um Selbstreflexion besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den Unterschied zwischen Autorität und Souveränität, da diese oft miteinander verwechselt werden. Eine Autorität braucht Anerkennung von Außen, um sagen zu können, wo es lang geht. Ein Souverän hingegen hört auf seine Wahrnehmung, filtert heraus, was davon verzerrt wurde und handelt damit innerlich ruhiger und angemessener.
Dieser Unterschied ist wichtig, weil Souveränität mit innerer Freiheit verbunden ist und Autorität, ohne Souveränität als Basis, mit Unfreiheit einhergeht. Deshalb ist die Selbstreflexion der erste Baustein in meinen Bewusstseinscoachings. Denn die Unfreiheit rührt von der im Kindesalter erworbenen Persönlichkeitsstruktur her, die in das Unterbewusstsein eines Menschen wandert. Dort erzeugt sie Emotionen, drängt damit Menschen zu Handlungen, die eben nicht auf Basis innerer Freiheit getan werden. Zugleich wird damit die Struktur immer wieder bestätigt und gefestigt - ein Kreislauf, den man verstehen und erkennen muss, um ihn durchbrechen zu können. Mehr dazu in meiner Anleitung für ein selbst verwirklichtes Leben.
In meinen Sitzungen und kostenfreien Erstgesprächen höre ich immer wieder, dass man schon reflektiert hat, was man tut und sich überlegt, was man hätte besser tun können. Jedoch wird mir weiter berichtet, dass dieses Reflektieren nur bedingt nützte, denn in einer ähnlichen Situation, rutschte man wieder in das bisherige Verhalten und denkt sich dann "Mist, wieder passiert." Typisch dafür ist auch das mentale Kreisen oder Gedankenkarussell.
Deshalb gehen wir zur nächsten Fähigkeit, der mentalen Klarheit über. Sie ermöglicht rechtzeitig zu erkennen, wann man sein Verhalten verändern kann.
Was bedeutet mentale Klarheit?
Um mental klar sein zu können, reicht es nicht aus, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart benennen zu können. Man muss sie auch als innere Zustände und damit als psychologische Zeit erkennen.
Durch das Erinnern an Erlebtes und Werte, die aus bisherigen Erfahrungen und Prägungen entstehen, drückt sich die Vergangenheit in unserem Denken aus.
Durch Ziele, Vorstellungen sowie Erwartungshaltungen leben wir in der Zukunft. Dabei ist diese Zukunft dann doch wieder Vergangenheit, die in die Zukunft verschoben wurde. Mache gern den Test: Kannst du dir etwas vorstellen, was du noch nie in irgendeinem früheren Zusammenhang erlebt, beobachtet oder erträumt hast?
Im Bewusstseinscoaching verstehen wir die Gegenwart als einen Moment unmittelbarer Wahrnehmung, in dem Gedanken in den Hintergrund treten. Du erlebst die Gegenwart somit durch deine Sinneseindrücke. Wer im Hier und Jetzt sein kann, ist damit auch besser in der Lage zu erkennen, ob er gedanklich in der Vergangenheit oder in der Zukunft verweilt.(Hier haben wir die Souveränität, erinnerst du dich?) Ob man gedanklich eher in die Vergangenheit abschweift oder sich in bei zukünftigen Ereignissen aufhält, wird durch die Persönlichkeitsstruktur beeinflusst und erklärt sich mithilfe der Selbstreflexion.
Wer getrieben danach strebt Ziele zu erreichen, erhofft, Emotionen zu spüren. Diese würden ihn darin bestätigen, dass er die Vorstellung von sich selbst geworden ist, welche er nach außen hin zeigen will oder glaubt sein zu müssen. Dies gilt auch für Menschen, die die Wiederholung von Vergangenem durch ihr heutiges Tun zu vermeiden versuchen. Freiheit könnte somit nicht vorhanden sein, wenn man dauerhaft und nicht mental steuerbar in der Vergangenheit oder in der Zukunft ist, denn stell dir mal vor, du strebst nach etwas, aber die Emotionen bleiben aus, weil das Feedback von außen nicht eintritt, oder weil sich das Ziel nicht wie vorgestellt anfühlt. Oder mittels selbsterfüllender Prophezeiung tritt genau das ein, was man zu vermeiden versuchte?
Mentale Klarheit bedeutet zudem einen Überblick über sein Verhalten, seine Werte und seine Ziele im Alltag zu haben, um alle drei Aspekte in Balance halten zu können.
Bestimmt hast du schon Menschen kennengelernt, die zwar bestimmte Werte haben, diese aber zugunsten ihrer Ziele nicht leben. "Morgen entspanne ich mich und sorge damit für mich, aber heute muss ich noch ordentlich schaffen und mein körperliches Bedürfnis nach Ruhe ignorieren oder verdrängen."
Und wer den besseren Überblick hat, kann leichter Entscheidungen treffen, ohne dass diese immer die besten sein müssen, aber sie haben das Potenzial, die angemessenste Entscheidung für die jeweilige Situation zu sein. Denn wer seine Werte und Ziele kennt und zudem weiß, dass diese immer persönlicher Natur sind, kann beim Entscheiden einen Schritt zurücktreten oder aufgrund der Draufsicht sehen, was die Situation eher als angemessenes Verhalten verlangt. (Schon wieder scheint die Souveränität durch, gemerkt?)
Und damit erklärt sich, warum es neben der Selbstreflexion die Fähigkeit der mentalen Klarheit braucht. Denn nur in der Gegenwart kann man sein Verhalten verändern. (Stichwort: mentale Stärke beim Ablegen von alten Gewohnheiten)
Wozu braucht es die psychologischen Reife?
Bei der psychologischen Reife dreht sich alles darum, die eigenen Bedürfnisse mit den Bedürfnissen anderer, unter Berücksichtigung der vorhandenen Situation, im Gleichgewicht halten zu können. Das geht eben nur, wenn man seine Persönlichkeitsstruktur kennt und eben nicht alles, was sie einem verzerrt als Realität vorgaukelt, bare Münze zu nehmen.
Der Chef fragt also nicht unbedingt nach, warum etwas gescheitert ist, um einen bloßzustellen und aufzuzeigen, dass man unfähig ist, sondern um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und um Abläufe zu optimieren. Wer jedoch mit einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen hat, kann sich dadurch leichter angegriffen fühlen und fehlende Wertschätzung wahrnehmen. Entweder sieht man sich dann als schuldig oder als verkannt. Dahinter steht häufig die innere Frage: „Bin ich wertvoll?“ Lies dazu gern meinen Artikel zum Selbstwert.
Ob man psychologisch reif handelt, kann man im Alltag daran erkennen, dass kein verdeckter Tauschhandel entsteht. Dieser zeigt sich darin, dass man vermeintlich freimütig verzichtet, innerlich jedoch entweder eine Rechnung nach dem Motto „Wie ich dir, so du mir“ aufmacht oder erwartet, dadurch Anerkennung, Respekt, Liebe oder Wertschätzung zu erhalten.
Warum ist innere Zufriedenheit erstrebenswerter als äußere?
Wer in der Lage ist, innere Zufriedenheit zu empfinden ist wirklich frei, denn sie braucht keine Bedingungen im Außen, um wahrgenommen werden zu können. Genau diese Fähigkeit beschreibt auch Viktor Frankl, ein bedeutender Psychologe. Er entdeckte dies für sich, als er im Zweiten Weltkrieg im KZ war und feststellte, dass er – unabhängig davon, was andere mit ihm machten – immer die Freiheit behielt zu entscheiden, wie er darauf reagieren wollte. Er nannte es Selbstverantwortung und die Erkenntnis, des eigenen Einflusses auf die vorgefundene Situation.
Wer sich also fremdbestimmt erlebt oder meint, er könne nicht das Leben führen, welches er gern täte, weil es die Umstände nicht hergeben, der gibt seine Eigenverantwortung und Selbstbestimmung ab und macht sich damit zugleich zum Opfer und zum Täter.
Um innere Zufriedenheit empfinden zu können, muss die anderen drei Qualitäten Selbstreflexion, mentale Klarheit und psychologische Reife in sich aufgebaut haben. Denn sie wird erst durch Freude am Tun und Hingabe erfahrbar.
Gibt es den freien Willen?
Den freien Willen gibt es nur bedingt. Wenn man ihn so definiert, wie Viktor Frankl ihn mittels Verantwortung geprägt hat, dann kann man sich frei verwirklichen.
Berücksichtigt man jedoch, dass nur ein angemessenes Verhalten den Alltag konstruktiv löst und man dazu immer "nur" auf das bereits Erlernte und Bewusste zugreifen kann, dann ist man nur so weit frei, wie man es sich erlaubt offen, achtsam, empathisch und zuversichtlich zu sein. Freiheit ist somit kein einmaliger Akt, sondern vielmehr ein lebenslanger Prozess der Selbsterkenntnis und damit ein stetiges freier werden.
Verhält man sich hingegen destruktiv gegenüber sich selbst und damit auch gegenüber anderen, wird einen die Persönlichkeitsstruktur immer dazu drängen, zu denken, zu fühlen und zu handeln, sodass man den Eindruck hat nicht sein eigener Herr zu sein.
Was hat Bewusstseinscoaching mit Freiheit zu tun?
Wenn du mindestens eine der folgenden Fragen mit "Ja" beantworten kannst, macht es Sinn ein Bewusstseinscoaching für dich in Betracht zu ziehen. Da dir in diesem die vier Qualitäten: Selbstreflexion, mentale Klarheit, psychologische Reife und innere Zufriedenheit zugänglich gemacht werden, sodass du innerlich frei werden kannst, wenn du die "Werkzeuge" anwendest.
Fragen:
- Hast du den Eindruck, dass du dich verstellen musst, weil du glaubst, nur so geliebt zu werden?
- Tust du oft, was du tun solltest, statt was du tun möchtest, um Anerkennung zu erhalten?
- Vernachlässigst du dich, um für andere dazu sein, um damit wertvoll zu sein?
- Fühlst du dich einsam, wütend oder traurig und übermannen dich streckenweise diese Emotionen?
- Stehst du unter enormen Druck und Anspannung und weißt nicht, wie du das abbauen kannst?
Lies dir gern meine Anleitung für ein selbst verwirklichtes Leben durch oder den Artikel, warum ich die bewusste Selbstrealisation verbreite, um einen tieferen Einblick in meine Arbeit zu erhalten.
Wenn du möchtest, kannst du dir auch ein kostenfreies Kennlerngespräch bei mir buchen, um mit mir darüber zu reden, in welchen Situationen du dich unfrei siehst und wie sich das bei dir äußert.
Schön, dass es dich gibt.
Herzlichst Cornelia

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