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Dysfunktionale Familie: Die drei häufigsten Merkmale und passende Anlaufstellen für Kinder und Erwachsene

Viele Menschen haben schon einmal in ihrem Leben gedacht, dass sie von ihrer Familie nicht wirklich verstanden wurden. Dabei ist jedoch nicht gleich eine dysfunktionales Familienleben zu vermuten.

Jugendliche, zum Beispiel, stellen das vorgelebte Weltbild infrage, um sich von ihrem Elternhaus abnabeln und eigenverantwortlich durchs Leben gehen zu können.

 

Dennoch ist das Thema "dysfunktionale Familie" in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Was gut ist, denn Kinder in solch einer Familie müssen aufgefangen werden, um nicht auch als Erwachsene  mit auffälligem Sozialverhalten anzuecken und  sich dadurch die Chance auf ein zufriedenes Leben verbauen.

 

Mit diesem Artikel möchte ich aufzeigen, dass sich jeder, egal ob mit oder ohne dysfunktionaler Familiengeschichte, die eigene Familiengeschichte anschauen kann. Denn diese prägt das eigene persönliche Auftreten, Denken und Fühlen in jedem Lebensbereich mehr als man es sich vorstellt. Die Erfahrungen der ersten Lebensjahre konditionieren jeden Menschen so sehr, doch zu circa 80% läuft das im Unterbewusstsein ab, was es schwer macht, dies ganz einfach zu durchdringen. Dabei braucht niemand darüber nachzudenken, ob es richtig oder falsch ist, was man sich damals aneignete. Nein, es geht viel mehr darum, sich all dem bewusst zu werden und auch anzuerkennen, dass dies das Ergebnis eines Kindes, welches sich bestmöglichst in sein prägendes Umfeld anzupassen.

Was sind die typischen Merkmale einer dysfunktionalen Familie?

Dies sei nun auszugsweise aufgeführt und ist immer individuell und durch geschulte Fachkräfte festzustellen:

  • Durch ein Ungleichgewicht von Empathie, Verständnis und Sensibilität kommt es zu einer Schieflage der Bedürfnisbefriedigung gegenüber den Kindern, wodurch zum Beispiel ein Kind als Liebling den anderen vorgezogen wird. Was wiederum dazu führt, dass weitere Geschwisterkinder eine Abwertung ihres Daseins erfahren.
  • Häufig tritt eine Leugnung von Missständen innerhalb des Familien-gefüges auf, damit man sich als Elternteil nicht eingestehen muss, dass hier in der Familie etwas gehörig schief läuft. Das betrifft zum Beispiel Familien, wo schon die eigenen Eltern dysfunktional ihrer Elternschaft nachgekommen sind.
  • Das Fehlen von Grenzsetzung bei sich selbst und oder den Kindern, da nicht erkannt wird, dass hier körperlicher, emotionaler oder sexueller Missbrauch stattfindet, ist ebenso typisch.
  • Extreme in Konfliktsituationen, weil es zu zu vielen Auseinandersetzungen kommt und ein Gefühl von Geborgenheit nicht aufkommen kann, da keine Harmonie nach einem Konflikt wieder Einzug halten kann. (Wenn du dich weiterführender informieren magst, dann gern hier bei Wikipedia.) 

Wie geht man üblicherweise vor, wenn es bekannt wird, dass das Kindeswohl durch die Struktur einer dysfunktionalen Familie gefährdet ist?

Hier schalten sich unter anderem das Jugendamt, das Familiengericht und andere öffentliche Stellen mit Fachkräften der Jugendhilfe, wie zum Beispiel der Kinderschutzbund ein, um das Kindeswohl sicher zustellen. Die Eltern sollen dabei einerseits im Alltag unterstützt und andererseits mit geeigneten Maßnahmen dazu gebracht werden, dass sie selbst eine eigene psychologische Reife entwickeln können, die es ermöglicht, dass die Grundbedürfnisse des Kindes erkannt und gestillt werden.

Damit soll erreicht werden, dass das Kind sich zu einem Erwachsenen entwickeln kann, welches selbstverantwortlich für sich sorgen kann.

Zudem wird dabei angestrebt, dass die Wiederholung des dysfunktionalen Familienlebens bei der  eigenen Familienplanung vermieden wird, ohne dabei den unbewussten Wunsch zu erliegen ein überkorrektes Elternverhalten an den Tag legen zu wollen, welches sich genauso negativ auf die psychologische Entwicklung bei den eigenen Kindern auswirke würde.

Langzeitfolgen einer belastenden Kindheit im Erwachsenenalter

Nicht immer erfährt die öffentliche Hand von der Leidenssituation einer Familie. Sodass die Kinder im Erwachsenenalter mit folgenden typischen Schwierigkeiten als Resultat eines Großwerdens in einer dysfunktionalen Familie  im alltäglichen Leben zu kämpfen haben können:

  • Die Betroffenen fühlen sich extrem unsicher, was Ihre eigene Wertigkeit angeht.
  • Sie tun sich schwer ein Leben aufzubauen, welches klare Ziele und Prioritäten hat.
  • Auch leiden sie an Unsicherheit bezüglich des Aufbaus von sozialen Kontakten.
  • Zudem ist es möglich, dass sie sich ständig hinterfragen und abhängig von dem Verhalten anderer sind, da sie kein Selbstbewusstsein entwickeln konnten und ihnen somit das Wissen über ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht bewusst ist.
  • Auch können sie nicht gut einschätzen, ob ihr Verhalten angemessen und ihr Handeln der Situation entsprechend ist, da ihnen der Vergleich fehlt, und dadurch von überzogenen Vorstellungen im Hinblick auf ein liebevolles Familienleben angetrieben sind. Zum Beispiel werden hier gern Konflikte vermieden, um die so sehr gewünschte "heile Welt“ nicht zu gefährden. Dass Konflikte an sich nicht das Problem sind, sondern die fehlende Fähigkeit mit ihnen adäquat umzugehen, ist nicht wirklich im Bewusstsein des Betroffenen präsent.

Hilfsangebote für Erwachsene mit dysfunktionaler Kindheit: Dort findest du Unterstützung

Als eine mögliche Anlaufstelle ist hier der Hausarzt zu nennen, da er eine erste Diagnostik vornehmen darf und dann an Psychologen überweist.
Auch gibt es Selbsthilfegruppen, die gute Arbeit leisten.

Wann du deine Familiengeschichte aufarbeiten solltest, auch wenn deine Kindheit nicht dysfunktional geprägt war

Doch warum schreibe ich nun diesen Artikel, wenn ich nicht zu all den bereits genannten Berufsgruppen gehöre? Weil du in einer psychologischen Beratung gut aufgehoben bist, wenn du festgestellt hast, dass du in keiner dysfunktionalen Familie großgeworden bist, aber dennoch, wie bereits am Anfang erwähnt, mit einzelnen Situationen aus deiner Kindheit nicht abschließen kannst und diese deshalb aufarbeiten willst. Oder du denkst einfach nur: „eigentlich hatte ich eine schöne Kindheit, aber…“

 

Ganz wichtig: Es geht dabei nicht, um jahrelanges Reden über Vergangenes oder darum etwas aufzuwühlen, was dich heute nur wieder belasten würde. Nein, es würde nur darum gehen, die entstandenden Gedanken- und Verhaltensmuster zu erkennen, um dann im Alltag besser mit ihnen umgehen zu können. (Lies dazu gern mein Guide zur Selbstverwirklichung durch.)

 

Möglicherweise trägst du in dir den Wunsch nach einer eigenen Familie, aber aufgrund der ein oder anderen Erziehungserfahrung bist du unsicher, ob du in der Lage sein kannst, einem Kind alles zu geben, was es braucht, um glücklich und zufrieden aufwachsen zu können. (Lies dir gern meinen Artikel über Erziehung durch.)

Auch kann es sein, dass du einfach nur ganz allgemein wissen willst, wie sehr deine Ursprungsfamilie dein Leben nachhaltig beeinflusst hat. Die wenigsten Eltern dürften wissen, wie sich die psychische Entwicklung eines Kindes gestaltet. Sie selbst haben jedoch, wie alle anderen auch, diese Entwicklung genommen. In der Schule wird so etwas bis jetzt noch nicht gelehrt. Und Lehrer sind auch "nur" Menschen, mit den selben Bedürfnissen, Ängsten, Zweifel und Wünschen, wie alle anderen auch und somit auch nicht automatisch in der Lage diese spannende Entwicklung auch ohne die Vorgabe des Lehrplanes aufzeigen zu können.

 

Wenn du magst, kannst du dich auch ganz allgemein durch meine Blogkategorie "Selbstbewusstsein" lesen, und somit erste Impulse sammeln, wie

sehr du von deinem Unterbewusstsein gelenkt wirst.

 

Herzlichst Cornelia

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Cornelia Höppner - Beratung & Coaching für Bewusstsein und Achtsamkeit Leipzig

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